Nachkriegszeit und Gebietsreform
Nachkriegszeit und Gebietsreform
Geschrieben von: Gerald Bamberger
Durch Evakuierte, Flüchtlinge und Heimatvertriebene stieg die Einwohnerzahl stark an. Deren Not nahm sich unter anderem Pfarrer Adam besonders an und ließ z.B. ein (freilich nicht verwirklichtes) "Einfamilien-Reihenhaus" für nur 17.250 DM entwerfen.
Auf die Folgen des Krieges verwies auch ein nachdenklicher Artikel im Hinterländer Anzeiger vom 8. Februar 1951:
"Die andere Seite ...
Fastnachtsmarkt in Hartenrod.
Fastnachtsmarkt, ein bißchen Sonne über den regennassen Dächern, das bringt Leben in die sonst ruhige Hauptstraße. Mehrere hundert Menschen aus Schlierbach und Endbach schieben sich bis zum plötzlichen Ende der Standreihen, machen wieder kehrt, bleiben tropfenweise stehen. Es wird alles verkauft, alles gekauft: Schnürsenkel, Aschenbecher, leckere Mohrenköpfe, Schweine. Die Anbieter unterbieten sich gegenseitig: Manche Stimme überschlägt sich vor Eifer. 'Einen für die Emma, einen für die Frieda, noch einen für ...', der Ausrufer verkauft Kämme. Mit großzügigen Gesten und sprühenden Farben. Ein anderer verkauft Rasierklingen, verschenkt dazu kostbare Drehbleistifte: 'Was woanders drei DM kostet - hier bekommen sie es für nur eine Mark!'
Und vorne, bevor die Stände beginnen, stehen zwei Kriegsversehrte. Sie haben sich bescheiden in die Ecke gedrückt und machen Musik. Sie sagen nichts. Sie stehen bloß da und sehen verloren auf die Menschen, die an ihnen vorübereilen. Den Schnürsenkeln, den Kämmen und den Drehbleistiften entgegen. Fastnachtsmarkt in Hartenrod ...
In der Ortsmitte hängt eine große Tafel. Sie ersetzt die Dorfzeitung und wird von jedermann mit Hinweisen beklebt. Viele bleiben davor stehen. Sie orientieren sich. Ein fein säuberlich handgemaltes Plakat fällt in diesen Tagen besonders auf. Es steht drauf: Prinz Karneval regiert! Dann folgt das Programm für all die Lebenslustigen, die in den vergangenen Tagen närrisch waren. Hier ebenso wie in Weidenhausen oder Gladenbach. Weshalb nicht? Aber darunter hängen Zeitungsausschnitte, bebilderte. Rote Stempel sitzen auf den weißen Papierrändern mit der Aufschrift: Der evangelischen Kirchenvorstand Hartenrod. Die Zeitungsartikel schildern das elende Dasein von Heimatvertriebenen. Familien hausen in Kasernen, die Männer haben keine Arbeit. Ihre Kinder laufen barfüßig durch den kalten Winter, es fehlt alles, weil das Geld fehlt. Und oberhalb dieser bedrückenden Schilderungen steht: 'Karneval - bei uns ist Flüchtlingselend.' Die Buchstaben sind mit rotem Bleistift dazugesetzt."
Freilich nahm Hartenrod in den nächsten Jahrzehnten einen großen Aufschwung. Sichtbaren Ausdruck fand dies in zahlreichen Baumaßnahmen: unter anderem von Sportstätten, dem Dorfgemeinschaftshaus, dem Ski-Lift, der Mittelpunktschule. Wie sehr sich dabei das Ortsbild veränderte zeigt ein Blick auf einige heute noch bestehende Geschäfte.
1974 verlor Hartenrod seine Selbständigkeit und wurde Ortsteil der neugeschaffenen Großgemeinde Bad Endbach.
Eine wichtige Aufgabe der Zukunft wird sein, dass der alte Ortskern sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht durch die Erhaltung der Geschäfte als auch in baulicher Hinsicht durch den Ausbau der Ortsdurchfahrt und die Renovierung der wenigen noch verbliebenen historischen Gebäude lebensfähig und lebenswürdig bleibt.
Termine
| Fre Sep 17 @20:00 - Vorstandsitzung FA |
| Mon Sep 20 @19:30 - Sitzung der AG Werbung |
| Mon Sep 27 @20:00 - Sitzung der AG Grenzgang |
| Die Okt 05 @20:00 - Sitzung der AG Heimatabend |
| Fre Okt 08 @20:00 - Festausschusssitzung |
| Mitt Okt 20 @20:00 - FA-Sitzung Großgemeinde |
| Sam Okt 23 Sternwanderung |
| Mon Okt 25 @20:00 - Sitzung der AG Grenzgang |
| Fre Okt 29 @20:00 - Vorstandssitzung Festausschuss |
| Mon Nov 01 @19:30 - Sitzung der AG Werbung |
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